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Chronik-125 Jahre

Durch das Prisma bunter der Heimatzeitung - Kleine chronik der             Beschaulichkeit.

Ein Streifzug durch 125 Jahre auf Fehmarn

 Durch das Prisma der Heimatzeitung vom Jubiläumstag 1982 in die Jahrzehnte zurückgeschaut: Jeweils im März berichtete die Zeitung in Anzeigen und Meldungen, ein bunt ausgewähltes Spiegelbild. Ein Mosaik der Ereignisse und der Denkungsweise, der Probleme, Erfordernisse der Menschen auf Fehmarn in den letzten 125 Jahren. Eine kleine Chronik zur Beschaulichkeit, zum Schmunzeln vielleicht.

Schnurr- und Backenbärte

1858

Neben einem orientalischen Enthaarungsmittel und einem chinesischen Haarfärbungsmittel wird im März 1858 im Blatt ein “Behaarungs-Extract” mit diesen Vorzügen angeboten: Verhindert das Ausfallen des Kopfhaares und bewirkt die Erzeugung desselben, der Schnurr- und Backenbärte in schönster Fülle. Die Flasche kostet 48 Schilling - H. Schonmann.

1860

Am 10. März berichtete die Heimatzeitung aus Lübeck: Es haben sich hier beim Eisenbahndamm, am Donnerstag, trotz der Kälte und des Schneefalls in den letzten 8 Tagen ein Paar Störche gezeigt. Aus Oldenburg berichtet das Blatt: Unser Fastmarkt war mit 24 Buden, mit Käufern u. dgl. Besetzt und viele mit Schusterarbeit, Spielwaren, Hüten und Mützen.

Auswanderer

1872

In einem Inserat wirbt die Firma Falck und Co. aus Hamburg: Kürzester Weg und billigste und schnellste Auswanderbeförderung nach dem Westen Nordamerika. Auskünfte erteilt der Agent E. Mildenstein.

1882

Die Firma Peter F. Thomsen bietet: Nordische Flohmheringe, sehr fein schmeckend, echte Christiana-Anchovis, holsteinischen, grünen und holländischen Käse” an.

Seeräuber

1892

berichtet die Heimatzeitung über das letzte Gefecht des von Fehmarn stammenden Piraten Martin Pechlin, der bei Rysoe in Norwegen 1526 vor der Küste den Tod fand, als seine Dreimastbark norddeutsche Handelsschiffe angriff.

1902

schreibt das Blatt: Der Bundesrat wird ... in dieser Woche noch eine Plenarsitzung vor den Osterferien abhalten, um den Gesetzentwurf betreffend die Regelung der gewerblichen Kinderarbeit zu verabschieden. Diese Regelung legt wert darauf, dass diese Vorlage auch im Reichstage noch vor Pfingsten behandelt wird.

86 Ratten

1912

Die Drogerie Mindorf inseriert: “Graszats Rattentot” – “Schon 86 Ratten in einer Nacht getötet! Unschädlich für Menschen und Haustiere”.
Und die Firma Steen (heute Stolz) preist “Klassenmützen” an: “eigene Arbeit, 3 Mark, Fabrikmützen 2,50 Mark. Allen Kindern, die sich ihre Mützen schon jetzt bestellen, haben solche bestimmt zur Versetzung”.

1922

berichtet das FT: Der Gesamtausschuss der Schleswig-Holsteinischen Unternehmerverbände, der 450 000 Unternehmer aus Landwirtschaft, Industrie, Handel und Handwerk vertritt, befasste sich am Sonnabend mit der neuen Note der Reparaturkommission. Einstimming wurden die neuen Forderungen, sowie das beabsichtigte Eingreifen der Souveränität des Reiches auf das Entschiedenste abgelehnt.

Die Beschränktesten

1932

schrieb die Zeitung: "Zum Lachen und zum Lächeln. Lieber Freund Albert, Da unsere Hochzeit nur im engsten Familienkreis gefeiert werden soll, wollen wir nur die beschränktesten Verwandten und Freunde einladen, zu denen Du selbstverständlich in erster Linie gehörst.."

Der Fehmarnsche Club lud zum "Tanzkränzchen" ein am 29. März. Der Burger Singkreis unter der Leitung von Arthur Volk kündigte für den zweiten Ostertag im Hotel "Kaiserhof" ein "großes Konzert" an.

Mittlere Reife

1942

         Das FT berichtete: Bei der am Sonnabend, dem 21. März stattgefundenen Schulentlassung konnte allen zur Entlassung kommenden Mitschülern das Reifezeugnis der Mittelschule erteilt werden, und zwar:

Knaben: Walter Andersen, Wenkendorf (Lehrer), Peter Kröger, Burg (Electro-Ingenieur), Hans Mackepranag, Burg (z.Zt. Reichsarbeitsdienst, Kaufmann), Friedrich Mackeprang, Meeschendorf (Landwirt), Friedrich Wilhelm Sähn, Petersdorf (Freiwilliger der Luftwaffe), Jürgen-Anton Wiepert, Bisdorf (Freiwilliger der Waffen-SS), Kurt Wiese, Burg (Maschinenbauer), Hans-Joachim von Woyna, Lensahner Hof (Gärtner).

Mädchen: Helene Höpner, Vadersdorf, Eva Kaak, Burg, Meta Köhlbrandt, Todendorf, Greta Mildenstein, Gahlendorf, Gretchen Ochs, Burg, Käte-Marie Stolz, Burg, Annedore Trede, Burg.

Der Große Chor

1952

schrieb die Heimatzeitung: die "Marabu-Lichtspiele" inserierten den Film "Schütze Bumm in Nöten" und erläuterten ihn als "höchste Alamrmstufe des Humors".

Aus der Abschlußfeier der Volksschulle berichtete das Blatt: "Die von Lehrer Dreyer komponierte Abschiedskantate (Ausführende Dreyer, Schlotfeld, Eggers, Wolf, v. Osten und der Große Chor) gaben der Feier Höhe und weihevollen Ausklang".

Jüngster Bürgermeister

1962

schrieb das FT am 27. März: Dänschendorfs Bürgermeister heißt Julius Detlef - mit 31 Jahren jüngstes Gemeindeoberhaupt auf der Insel Fehmarn. Otto Baasch schreibt aus Amerika zu einem Leserbrief von Frau Lina Heydrich über die Einzäunung der Tiefe-Halbinsel:

"Ich möchte Ihnen erzählen, welches Gefühl es bei mir als altem fehmeraner Jungen hervorbrachte, der vor 49 Jahren den guten Knust verlassen hat. Früher fuhr man per Rad, liess es liegen im Sand, und ging hinein in die herrliche Ostsee! Ich kann Ihnen versichern, nirgendwo auf der Welt gibt es ein so schönes Wasser als die Ostsee ... Bretter, Einfriedigungen, Billetlösen? Ist das ein Fortschritt der Welt? Tut das nötig ...?"

Ende