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Wurzeln in Landkirchen gefunden Fehmarn (jk) Endlich angekommen: Das kleine Haus in der Meistersstraße 20 in Landkirchen, weiß verputzt, mit kleinem Garten, das ist das Ziel von Laura Paquette und ihrer Schwiegertochter Lynda aus Westlock im kanadischen Bundesstaat Alberta. Ein unsicherer Druck auf die Klingel, wer wird die Tür öffnen? Die beiden Kanadierinnen halten den Atem an, schließlich sind sie für diese Begegnung um die halbe Welt gereist, denn die Wurzeln der heute 76-jährigen Laura Paquette liegen auf der Insel Fehmarn, in diesem Haus. Ihr Vater, Georg Matthias Haack, wurde nämlich im Jahre 1876 hier geboren. Irgendwann zwischen 1890 und 1895 kehrte er dem Ostsee Eiland in Richtung Amerika den Rücken, im Jahre 1904 wanderte er von dort nach Kanada aus, wo Laura auf einer großen Farm geboren wurde, die sie bis zum Tode ihres Mannes vor vier Jahren gemeinsam mit ihm bewirtschaftete. Lauras Großvater, Matthäus Ferdinand Haack, ein Pantoffelmacher aus Landkirchen, liegt auf dem Friedhof der St. Petri-Kirche begraben. Auch sein Grab und die Kirche, in der er getauft wurde, wird sie während ihres Aufenthalts noch besuchen. “Wir wollen schauen, ob noch jemand von unserer Familie lebt”, erklärt Laura Paquette den Grund fuer ihre lange Reise. Und so ganz nebenbei hat sie sich mit ihrer Schwiegertochter in den vergangenen drei Wochen auch noch London, Paris, Rom, Venedig und Amsterdam angesehen, bevor die beiden Dienstag Nacht endlich mit dem Zug Puttgarden erreichten. “Es war ein Abenteuer hierher zu kommen, denn kaum jemand sprach Englisch, aber alle waren nett zu uns”, erzählt Lynda Paquette von den Sprachschwierigkeiten. Nach zweimaligem Klingeln in Landkirchen öffnet schließlich Anna Scheel die Haustür. Zunächst verdutzt über den unbekannten Besuch, doch nach einigen Sätzen ist die Familiengeschichte entwirrt: Der Sohn des älteren Bruders von Lauras Vater, Hinrich Hermann Scheel, hatte wiederum einen Sohn, Hermann Heinrich Scheel. Seine Frau, Anna, lebt bis heute, auch nach dem Tod ihres Mannes, in dem kleinen Haus, in dem Lauras Vater das Licht der Welt erblickt hatte. Trotz der Sprachbarriere, mit Händen und Füßen und nicht zuletzt durch die mitgebrachten Fotos entwickelt sich ein Gespräch, werden Erinnerungen ausgetauscht – und ein Bild für das Familienalbum geschossen. Morgen werden Laura und Lynda Paquette ihre Spurensuche auf Fehmarn beenden und hoffentlich mit neuen Erkenntnissen über ihre Familie nach Kanada zurückkehren.
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