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Niemand soll fremdes Volk beherbergen...

Historische Kurznachrichten von Fehmarn Teil XIX

 

Fehmarn – 14000: Das Schmelzwasser der zu Enden gehenden Eiszeit reißt das Urstromtal der Trave und schneidet einen Abflußgraben von Travemünde durch die heutige Lübecker Bucht, vorbei an Fehmarns Ostküste und Bornholm zur Baltischen Senke, dem Anfang der Ostsee.

1300: Papst Bonifatius VIII. führt das kirchliche “Jubeljahr” ein, welches sich alle 25 Jahre wiederholt, gesicherte Pilgerreisen nach Rom führen vom Norden planmäßig über Fehmarn.

1350: Die 1347 von Seeleuten in Genua eingeschleppte Pest erreicht Ostern 1350 Lübeck, bis Martini (11.November) sterben hier 18000 Menschen (Toten von Lübeck).

Auf Fehmarn werden Küstenwachen aufgestellt und Schiffsanlandungen verboten.

1579, 25. Januar: Herzog Johann ordnet an, daß keiner vom Adel ohne Vorwissen und Bewilligung seiner Königlichen Majestät mit den Eingesessenen um Landgüter handeln darf.

1586: Der Rat der Stadt Burg tritt alle Vierteljahr im vollen Ornat vor dem offenen Fenster der Galerie des Rathauses (1520 erbaut) um die Buursprake [Bauernansprache] (Aufruf der Pflichten der Bürger) zu verkünden: Niemand soll fremdes Volk beherbergen bei Strafe von 10 Mark Silber oder Kerker, einen “höflichen Mund” gegen alle Herrschaften, Auswärtigen keine Häuser, Gründe und Schiffe verkaufen, am “Faseltag” nicht mit verdecktem Gesichte herumlaufen.

1650: Doktor David Gloxin, Bürgermeister und ältester Syndikus der Hansestadt Lübeck, Sohn des Burger Bürgermeisters gleichen Namens (wohnte Grundstück heute Zahnarzt Dr. Schröder), hat in löblich’ Vermächtnis das Waisen- und Armenhaus großzügig bedacht.

 

Von “Waldemar”, dem Deckhengst

1886: Mein gekörter gelber Hengst “Waldemar” steht von jetzt an zum Decken a Stute 12 Mark mit Deckgarantie zur Verfügung, N. Wohler Niendorf.

1887: Das Stadtverordneten-Kollegium beschloss einstimmig die Abtrennung Fehmarns vom festlädischen Teil des Kreises zu erstreben. Minister von Puttkammer in Berlin lehnte ab.

1889: Verein der Fehmeraner in Hamburg hat 264 Mitglieder, Vorstand Julius Wichmann.

1889: 13. Juli, Bauernhof “Montpläsier” (hinter Ostersoll) des Claus Hanz Haye und seiner Ehefrau Tessche Bockwoldt (1885 in Vitzdorf verstorben) wird mit 15 Hektar versteigert.

1890: Zum Korndreschen erstmals “Stiftmaschine” mit Göpelkraft (zwei bis vier Pferde), 1893 bei Heinrich Schmidt in Blieschendorf Loko

mobil mit Dreschmaschine.

1900: In der Landwirtschaft erste “Ablegemaschinen” beim Getreidemähen, 1904 “Selbstbinder” (Garbe wurde fertig gebunden abgelegt), 1954 “Mähdrusch” vom Trecker gezogen.

1904: 19. August, das 365 Hektar grosse Gut Katharinenhof geht aus dem Besitz des Herrn Evers auf Herrn Rathjen aus Halle über. Im Wochenblatt: Suche zum 1. November 1905 drei Tagelöhner-Familien in Wohnung und Deputat, H. Rathjen, Kathrinenhof.

1925 Einwohner Fehmarn: Burg 3 270, Petersdorf 641, Landkirchen 464, Dänschendorf 461, Puttgarden 322, Lemkendorf 253, Strukkamp 223, Bannesdorf 222, Lemkenhafen 209 u.a.

1948: Kuhbestand in Burg: Peter Mackeprang, Ludwig Bugislaus und Matthäus Wilcken je 17, Karl Scheel 15, Hans Wilhelm Kropp 14, Georg Lafrentz, Matte Störtenbecker, Johannes Bugislaus und Wilhelm Bruhn je 12, Otto Neuwohner 8 und Bäcker Liesenberg 4 u.a.

Notiert im Burger Stadtarchiv von Karl-Wilhelm Klahn.

Heimatteil Fehmarn 12. April 2000

 

Foto: Klahn

Das einzige, öffentlich zugängliche Hünengrab Fehmarns am Steilufer Albersdorf-Strukkamp. Der “Alversteen” diente jahrtausende der Segelschiffahrt als Landmarke der Sund-Durchfahrt bis zur Errichtung des Leuchtturms Flügge und gleichzeitig des “Unterfeuers” auf der Landspitze von Strukkamp-Huk im Jahre 1872.