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FEHMARNSCHES TAGEBLATT
Burg auf Fehmarn, Mittwoch, 7. Juni 2000


Zu Besuch im Amt Fehmarn. Während ihres Aufenthalts kontaktierten die vier Amerikaner am wochenende auch Bürgermeister Klaus Osterkamp. Schnell stellte sich heraus: es gibt gemeinsame Vorfahren.  Foto Hilke Wolff


48000 Namen aus fünf Jahrhunderten

Weltweite Suche nach Fehmaranern

FEHMARN (hi) . 48000 Namen von Fehmaranern aus fünf Jahrhunderten hatten sie im Gepäck. In der vergangenen Woche waren sie zu Besuch auf dem Ostsee-Eiland, um nach ihren Wurzein zu suchen. Alan und Tressie Hughes aus Washington sowie die Geschwister Judy Cummings und John Kostick aus Florida. Alle vier haben Vorfahren auf dem Ostsee-Eiland, kamen, um nach ihren Wurzein zu suchen. Mitge- bracht haben sie auch “The Fehmarn Genealogy Site”.

“The Fehmarn Genealogy Site” finden Sie unter http://www.fehmarn-genealogy.com im Internet. Und damit hat es etwas ganz besonderes auf sich. Denn auf dieser Website findet ein weltweiter, reger Austausch statt über Ipfortmationen bezüglich der Insulaner aus den letzten fünfhundert Jahren. Themen sind unter anderem die fehmarnsche Vetternschaft, die Geschichte der Familie Rauert, die FehmarnFahne, Wappen der Stadt Burg und Westfehmarns, die Kirchen, Lemkenhafen, und auch die Monarchen, die einst die insel bevölkerten.


Anleitung für den Parkscheinautomat 


Selbst von plattdeutschen Redensarten und Peter Wieperts Texten, ins Englische übersetzt von Else Bügge-Wood, ist die Rede. Allerdings mit der Anmerkung, dass viele Ausdrücke nur von alten Fehmaranern verstanden werden können...  Und auch alte Briefe, die amerikanische Einwanderer nach Hause auf die ferne Ostseeinsel schickten, können hier nachgelesen werden. Sogar die Heimatzeitung ist mit einem Artikel vertreten.  

Doch auch praktische Tipps können nachgelesen werden.
Denn bei seinem ersten Besuch auf Fehmarm im vergangenen Jahr, erzählt John Kostick schmunzelnd, da wusste er nicht, wie man einen Parkscheinautomaten bedient - und bekam prompt ein Knöllchen. Daher hat er auf der Website jetzt genau beschrieben, wie das Ding funktioniert. Und er hat immer eine kleine Speisekarte dabei - mit den wichtigsten übersetzungen. Damit es keine überraschungen im Restaurant gibt.


Sämtliche deutschen Kirchenbücher 


Beginnend im 14. Jahrhundert mit Aufzeichnungen über die familie Rauert kamen bis 1876 rund 48000 Namen und selbstverständlich die damit verbundenen Stammbäume zusammen.

Im Jahre 1876 nämlich enden die Microfilme der Kirchengeschichte, die dieser Forschung zugrunde liegen und Kopien sämtlicher deutscher Kirchenbücher enthalten.

Vor über 25 Jahren begannen sie mit der Ahnenforschung, erzählt John Kostick, seitdem beherrscht das Thema die vier Amerikaner fast wie eine Sucht. “Das Wort Sucht ist eine gute Beschreibung dafür", lacht er. “Denn jedesmal, wenn du einen Erfolg hast, suchst du weiter. Es ist, als würde man ein großes Puzzle zusammensetzen. Und ich habe so viele Informationen - und Menschen, die mich kontaktieren." Denn in Amerika, fährt er fort, besteht reges Interesse, ein “großer Hunger" an der Ahnenforschung, der Suche nach europäischen Wurzeln  


“Es ist mein Hobby”

Website 8000 Mal angeglickt


8000 Mal wurde die Website in den vergangenen zwei Jahren bereits angeklickt. Anfragen kamen selbst aus Australien und Chile. John gilt in “Fachkreisen" bereits als der “Mayor of Fehmarn" (mayor: englisch für Bürgermeister). 


 überall reges interesse und Hilfe 


Bei ihren Nachforschungen auf der Insel stießen die vier Amerikaner überall auf reges Interesse und spontane Hilfe. Allein Michael Mackeprang wusste 5000 bis 6000 Namen. Auch mit Melitta Ehler aus Petersdorf arbeitet John Kostick eng zusammen.

Und während ihres jetzigen Aufenthalts haben die vier Amerikaner       Westfehmarns Bürgermeister Klaus Osterkamp kontaktiert “Wir stolperten hier über den Namen Osterkamp", erzählt Alan Hughes, “wir haben gemeinsame Vorfahren. “Der 56-jährige Farmer Nicolaus Osterkamp aus Niendorf erreichte am 10. August anno 1885 mit dem Schiff “Suevia" die neue Welt.'

“Senden Sie mir lhte Informationen", hofft John Kostick auch weiterhin auf die Unterstützung der Fehmaraner und verspricht: “Ich sende lhnen, was. ich an Informations material habe." Das Prinzip funktioniert. Geld für, seine Arbeit will John Kostick nicht, nicht einmal Portokosten lässt er sich erstatten. Und in 25 Jahren' kommt doch einiges zusammen. Auch wenn die Welt in Zeiten des lnternets kleiner geworden ist…  “Das ist schon okay,", gibt er sich bescheiden,  “es ist Schließlichmein Hobby."

 


The FEHMARN GENEALOGY Site
Created using Microsoft Frontpage and maintained by:
John Kostick, 131 NE 172nd Street, Miami, FL 33162